„Er drückte auf eine kleine birnenförmige Klingel, die am Kopfende des Betts hing. Das Zimmermädchen in schwarzem Kleid und weißer Schürze, das herbeieilte, blickte ihn so seltsam an, dass er sich unwillkürlich vergewisserte, ob mit seiner Kleidung alles in Ordnung war. „Wollen Sie wirklich keine frischen Croissants? Ein Mann wie Sie muss doch morgens etwas essen.“ „Nur Kaffee, Mademoiselle. Eine riesige Kanne Kaffee.“ Sie bemerkte den Anzug, den der Kommissar zum Trocknen auf die Heizung gelegt hatte, und griff danach. „Was wollen Sie damit?“ „Ich will ihn ein bisschen aufbügeln.“ „Nein danke, das ist nicht nötig.“ Sie nahm ihn trotzdem mit.“

aus

Maigret hat Angst

von

Georges Simenon

Ja, die Bewohner des kleinen Städtchens Fontenay-le-Comte wirken auf Maigret sehr eigenbrötlerisch. Schon die Begegnung im Abendzug mit Monsieur Vernoux de Courcon, einer bekannten Persönlichkeit des Ortes, verläuft eher unangenehm. Maigret möchte in Fontenay-le-Comte eigentlich nur seinem alten Studienfreund, dem Richter Chabot, einen Besuch abstatten. Der Besuch des versierten Kommissars aus Paris kommt dem Richter allerdings ungelegen, da sich just zwei Morde ereignet haben. Die Anwesenheit des Kommissars könnte bei den Bewohnern den Eindruck erwecken, Chabot benötige dringend die Unterstützung aus Paris. Aber das ist nicht im Sinne Maigrets, auch wenn er sich gemäß seinem Naturell nicht gänzlich aus den Ermittlungen heraushalten kann.

Der Büchermarkt wird laufend mit neuen Kriminalromanen versorgt. Maigret hat Angst wurde vor fast 70 Jahren erstveröffentlicht und nun neu aufgelegt. Warum also nicht wieder einmal zu einem Klassiker greifen und lesen, wie Ermittlung damals auch ohne Computer und Smartphone funktionieren konnte.

Maigret hat Angst