„Die Einsamkeit nimmt zu. Mehr und mehr fühlt man sich allein auf der Welt. Die einen sind in die ewige Heimat gegangen, das Leben der anderen spielt sich mehr und mehr abseits des unseren ab; man kommt sich vor wie die Olive, die nach der Ernte allein am Ende eines Zweiges hängen blieb und …..“

Charles de Foucauld (1858-1916) u.a. frz. Forscher, Offizier und Eremit

 

(Photo: privat)

Die langen Abende

Elizabeth Strout

So wie eine Olive muss sich auch gleichnamige Olive Kitteridge fühlen. Sie ist eine pensionierte Lehrerin aus dem kleinen Städtchen Crosby in Maine an der amerikanischen Ostküste. Ihr Sohn Christopher, zu dem sie nie ein gutes Verhältnis hatte, lebt mit seiner zweiten Frau in New York, Olives herzensguter Mann Henry ist bereits verstorben. Olive hatte sich zu seinen Lebzeiten selten bemüht, Henrys Bemühungen zu würdigen. Ebenso wenig pflegte sie Freundschaften. Nun sitzt sie an den langen Abenden allein in ihrem Haus mit Blick auf das Meer.

Durch die Bekannschaft mit dem nicht minder verschrobenen Jack Kennison erkennt sie aber schließlich, dass sie tief in ihrem Inneren gar keinen so harten Kern hat.

Die Begegnungen mit alten Bekannten, Freunden und ehemaligen Schülern lassen Olive schließlich besänftigt auf die Vergangenheit zurückblicken.

Elizabeth Strout hat bereits in ihrem ersten Roman „Mit Blick aufs Meer“ den Alltag von Olive Kitteridge und den Bewohnern von Crosby mitfühlend beschrieben und dafür den Pulitzerpreis erhalten.

Die langen Abende