„Räuber von Geld richtet man hin, Räuber von Ländern macht man zu Königen.“

Aus Japan

Johannes Bückler hatte vermutlich noch nicht viel von Japan gehört, als er Ende des 18. Jahrhunderts mit seinen Kameruschen als „Schinderhannes“ sein Unwesen in den deutschen Wäldern trieb. Mit Raub und Erpressung verdiente er sich als Räuberhauptmann seinen Lebensunterhalt. Gänzlich gewaltfrei ging es dabei freilich nicht immer zu. So kam ein ordentliches Verbrechensregister zustande, das ihn letztendlich am 21.November 1803 in Mainz -wortwörtlich- den Kopf kostete. Dieser historische Roman von Astrid Fritz liest sich gut, in dieser undefinierbaren Vorweihnachtszeit, gerade noch Sommer, jetzt schon „Last Christmas“ im Radio und die Schaufenster voller Lichterketten… Spannend und abenteuerlich, mit Witz und Räubergelage und vor allem, einer wunderbaren Liebesgeschichte, die Geschichte der Räuberbraut Juliane, geb. Blasius, von ihrem Hannes liebevoll „Julchen“ genannt.

Das Leben des Schinderhannes wurde u.a. vertont von Carl Zuckmayer, verfilmt mit Curd Jürgens und die Schinderhannesfestspiele im Hunsrück sind gut besucht um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch 115 Jahre nach seiner Hinrichtung ist er somit gegenwärtig. Eine Legende, die in die Fußstapfen ihres nicht weniger berühmten Vorgängers Robin Hood in England trat und „nur“ die Reichen ausraubte.

Astrid Fritz: Die Räuberbraut